Verkehr und Schule – das sind in Königstein zwei Themen, die eng miteinander verknüpft sind. Allein zu den morgendlichen Stoßzeiten sind mehr als 3.000 Schülerinnen und Schüler auf dem Weg zu ihren weiterführenden Schulen und prägen damit das Verkehrsgeschehen in der Stadt erheblich. Kein Wunder also, dass das Taunusgymnasium beim großen Mobilitätsforum im Haus der Begegnung vertreten war – mit Nachhaltigkeitsbeauftragtem Herrn Brinkmann und zwei Schülerinnen, die als einzige Jugendliche an diesem Tag ihre Perspektive einbrachten.
Rund 90 Bürgerinnen und Bürger waren der Einladung der Stadt gefolgt, um an der Halbzeitbilanz des integrierten Mobilitätsplans „2035+" mitzuwirken. In zwei Mitmachrunden wurden Stärken, Schwächen und Verbesserungsvorschläge für alle Verkehrsmittel gesammelt – vom ÖPNV über das Fahrrad bis hin zum Fußverkehr. Besonders erfreulich aus Schulsicht: Sichere Schulwege standen bei den Bürgerinnen und Bürgern weit oben auf der Agenda. Mehr Tempo-30-Zonen, zusätzliche Zebrastreifen und eine bessere Verkehrsüberwachung in der Nähe der Schulen wurden vielfach als dringliche Wünsche geäußert.
Dass Verbesserungen beim Rad- und Fußverkehr gerade für junge Menschen einen echten Unterschied machen könnten, unterstrich auch Prof. Martin Lanzendorf von der Goethe-Universität Frankfurt in seinem Impulsvortrag: 67 Prozent der Königsteinerinnen und Königsteiner würden laut einer Mobilitätsumfrage mehr Fahrrad fahren, wenn die Infrastruktur sicherer wäre – ein Ergebnis, das selbst die Anwesenden überraschte.
Der Prozess ist noch nicht abgeschlossen: Im Herbst ist eine weitere Bürgerbefragung geplant, ehe die Ergebnisse in einen konkreten Umsetzungsplan mit klaren Prioritäten münden. Das Taunusgymnasium bleibt über seinen Nachhaltigkeitsbeauftragten an dem Prozess dran – denn eine lebenswertere und sicherere Mobilität in Königstein kommt am Ende der gesamten Schulgemeinschaft zugute.
Auch im Unterricht spielt Nachhaltigkeit am Taunusgymnasium eine Rolle: So nutzte Herr Brinkmann eine Vertretungsstunde in der 9c, um gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern 500 Krokusse zu pflanzen. Die Hausmeister hatten einen Teil der Schulwiese freigegeben, damit diese zur Bienenwiese werden kann. Drei Seiten profitieren davon: Weniger Mäharbeiten für die Hausmeister, mehr Lebensraum und Nahrung für die so wichtigen Insekten – und die Schulgemeinde darf sich an den Blumen erfreuen.