Schon Wochen vor dem Abend war klar: Die Plätze im Theaterraum des Taunusgymnasiums würden wieder heiß begehrt sein. Und so war es auch: Zum 18. Kul(tur)inarischen Abend strömte eine begeisterungsfähige Schar von Schülerinnen und Schülern, Eltern, Freunden und Lehrkräften ins Haus, um zu erleben, welch außergewöhnliche Talente die Schulgemeinde in diesem Jahr auf die Bühne bringen würde. Der Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt – ein vertrautes Bild bei einem Abend, der längst zu einem der Höhepunkte des Schuljahres am Taunusgymnasium geworden ist.
Für einen schwungvollen Auftakt sorgte wie gewohnt die TGK-Big-Band unter der Leitung von Herrn Hublow. und Herrn Kriegeskotte. Mit „Reboot“ von Vince Gassi und „Long Train Running“ von den Doobie Brothers – in einem Arrangement von Herrn Hublow – bewies das Ensemble einmal mehr, dass es mit groovenden Rhythmen und präzisem Zusammenspiel das Publikum vom ersten Takt an in seinen Bann zu ziehen weiß. Die beiden Sängerinnen, Lenka Ilic (9a) und Phawarie Emi Kanithasen (Q2), heizten mit ihrem energiegeladenen Auftritt die Stimmung zusätzlich an.
Frau Antony moderierte mit ihrer gewohnt charmanten und geistreichen Art, die sie zu einem elementaren Bestandteil des Kul(tur)inarinischen Abends macht. Die Auftretenden wurden von Frau Antony nicht nur angekündigt und vorstellt, sondern auch wiederholt in kleine Gespräche verwickelt, bei der ihre ganz eigenen Persönlichkeiten hervorblitzten.
Den ersten der mehreren Klaviersoloauftritte des Abends bestritt Anya Guan (6b), die mit dem zarten und zugleich ausdrucksstarken Walzer cis-Moll op. 64 Nr. 2 von Frédéric Chopin eine bemerkenswerte pianistische Reife unter Beweis stellte. Tara Grimm (Q4) trat anschließend mit ihrer Violine an – begleitet von Sebastian Leichtfuß am Klavier – und entführte das Publikum mit dem leidenschaftlichen „Tango Jalousie“ von Jakob Gado in eine Welt voller schmachtender Melodik und dramatischer Gesten.
Mit der neu gegründeten Formation SOUL betrat das Geschwisterpaar Raphael und Victoria Jähnig (8c und 6e) die Bühne – und erstmalig kamen Victoria Grein, Sophia Bastian, Paulina Häge (alle 6e) dazu. Diesmal waren die Jähnig-Geschwister nicht wie in den vergangenen mit einer Tanz-Darbietung zu bewundern – nein, Victoria hatte mit ihrem Bruder zusammen den berührenden Song „The Waves“ komponiert, der nun von den Mädchen ausdrucksstark vorgetragen wurde, begleitet von Raphael am Klavier.
Victoria Jähnig glänzte darüber hinaus in einer weiteren Darbietung mit einer mitreißenden Showtanz-Latein-Choreographie.
Kalina Stoeva (7f) brachte mit einer funkelnd präzisen K-Pop-Dance-Choreographie zum Song „Magnetic" der Gruppe Illit eine frische, zeitgeistige Note in das Programm – und erntete dafür verdienten Jubel aus dem Publikum. Eine intensive, sehr persönlich wirkende Atmosphäre schuf anschließend Larissa Künne (9f) mit ihrer Contemporary-Dance-Choreographie „Believe in Yourself“, die von Natascha Naon auf der Violine live begleitet wurde – eine berührende Symbiose aus Bewegung und Klang. Frau Naon, Profi-Violinistin, war der beste Beweis dafür, dass sich auch in der Elternschaft des Taunusgymnasiums herausragende Talente verstecken, die auf der Bühne des Kul(tur)inarischen äußerst willkommen sind und von der Zuhörerschaft begeistert gefeiert werden.
Einen besinnlichen Moment inmitten des vielgestaltigen Abends schuf Lilien Köhler (E2) mit ihrem Gedichtvortrag „Das menschliche Leben“ – konzentriert, eindringlich und mit spürbarem Gespür für Sprache vorgetragen. Im unmittelbaren Anschluss ertönte erneut Natascha Naons leidenschaftlich gespielte Violine mit Leonard Cohens zeitlosem „Halleluja“ – Lucio Ramírez del Prado begleitete sie dabei gefühlvoll auf dem Flügel.
Ein besonderes Ensemble-Highlight des Abends folgte daraufhin: Alma Tamina Huhn (6a), die Tochter von Frau Naon, und die Gäste Mona Hackert., Carlotta-Marie Kunz und Sarah Elisa Kunze traten gemeinsam als Violinenquartett auf die Bühne. Die vier Musikerinnen hatten kurz zuvor bei Jugend musiziert die volle Punktzahl erhalten – und dem Publikum wurde klar, dass dies hochverdient war. Zunächst erklang „Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen“ aus Mozarts „Zauberflöte“ in einem Arrangement für vier Violinen – eine ungewöhnliche und faszinierende Klangfarbe. Als zweites Stück folgte das anspruchsvolle „Molto Allegro“ aus dem Quartett für vier Violinen von Grażyna Bacewicz, einer bedeutenden polnischen Komponistin des 20. Jahrhunderts. Das Publikum zeigte sich begeistert von der Präzision und dem musikalischen Miteinander der vier jungen Solistinnen.
Die Tanzgruppe FourTwoFlow, die schon bei den vergangenen Kul(tur)inarischen Abenden das Publikum nachhaltig beeindruckt hatte, kehrte mit einer neuen Kreation zurück: „Fall and Recover“ war eine zeitgenössische Kontaktimprovisation, die mit ihrer Ausdrucksstärke und der tänzerischen Verbindung zwischen den Mitwirkenden tief berührte.
Anschließend folgte eine Überraschung: Hinter dem Künstlernamen „Salvino“ verbarg sich niemand anderes als Herr Nuzzolese, einer der drei Hausmeister des Taunusgymnasiums. Er verzauberte das Publikum mit seiner sonoren Reibeisenstimme und trug das weltberühmte „Parla più piano“ vor – das Thema aus dem Film „Der Pate“ von Nino Rota. Herr Franke begleitete ihn am Flügel mit einfühlsamer Zurückhaltung und schuf so den perfekten Rahmen für diesen stimmungsvollen Moment.
Das Vokalensemble Xtra Tunes unter der Leitung von Herrn Franke brachte mit „Stand Up“ aus dem Film „Harriet“ einen weiteren Höhepunkt auf die Bühne. Der Song, eine Hymne auf Mut und Menschenwürde, bei dem Soraya Wingenter (E2) beeindruckend die Lead-Vocals sang, hallte noch lange im Saal nach.
Den krönenden jazzigen Ausklang des ersten Teils gestaltete einmal mehr die Formation Not 2 Bad: Mit Harry Warrens Klassiker „There Will Never Be Another You“ – in einem Arrangement von Elias Leemüller – bewiesen Musiker in gewohnt virtuoser Manier, dass Jazzmusik in handwerklicher Meisterschaft und mitreißender Spielfreude gipfeln kann. Neben Elias Leemüller am Piano, der letztes Jahr das Abitur abgelegt hat, spielten Zhe Cheng (E-Bass, Q4), Johann Behling (Posaune, Q2), die früheren Taunus-Gymnasiasten Alex Poppe (E-Gitarre) und Lukas Kieslich (Schlagzeug) sowie Herr Kriegeskotte (Trompete).
Auch in diesem Jahr zeigte der Kul(tur)inarische Abend, der von Frau Antony und Herrn Rauschmayer geleitet wird, was das Taunusgymnasium ausmacht: eine Schulgemeinde, in der Talente aller Art – ob musikalisch, tänzerisch oder literarisch – nicht nur gefördert, sondern auf einer Bühne gefeiert werden, die ihnen den Raum gibt, wirklich zu leuchten.
Nun ging es in der Cafeteria weiter, bei Getränken und italienischen kulinarischen Köstlichkeiten, für die die Damen vom WoB sorgten – Frau Hellbach, Frau Milke, Frau Schröder und Frau Andresen, unterstützt vom Q2-Jahrgang. Herr Schwinghammer und Herr Lany sorgten mit ihrer Musik für ausgelassene Feierstimmung. Das begeisterte Publikum tauschte sich anschließend noch lange in der Cafeteria aus – erfüllt von einem Abend, der alle Erwartungen einmal mehr übertroffen hatte. (Rmy)
Sehen Sie hier zwei Bildergalerien – die erste aus Fotos von Frau Herrmann, die zweite aus Fotos von Lucian von Hörsten (Q2).