Drogen, Alkohol und Straßenverkehr – eine Kombination mit verheerenden Folgen, die Jahr für Jahr unzählige Unfälle verursacht und Menschenleben kostet. Gerade für Jugendliche, die den Führerschein schon in der Tasche haben oder kurz davor stehen, ihn zu machen, ist dieses Thema von unmittelbarer Relevanz. Deshalb fand am Taunusgymnasium auch in diesem Jahr der „Präventionstag gegen Alkohol und Drogen (im Straßenverkehr)“ für die E-Phase statt – ein abwechslungsreicher und eindrücklicher Tag voller Vorträge, Simulationen und persönlicher Begegnungen. Die Organisation lag erneut in den bewährten Händen von Frau Kremmelbein.

Nach einem gemeinsamen Auftakt im Theaterraum durchliefen die Schülerinnen und Schüler fünf verschiedene Stationen. Auf dem Schulhof lockte der Überschlagssimulator die Mutigen unter ihnen: Am eigenen Leib zu erleben, wie schwer es ist, aus einem übergeschlagenen Fahrzeug herauszukommen, hinterließ einen bleibenden Eindruck – und lieferte ein überzeugendes Argument dafür, sich nur noch nüchtern ans Steuer zu setzen.

Tief berührt zeigte sich das Publikum von den offenen Berichten der Gruppe „Die Fleckenbühler“, die aus ihrem eigenen Leben erzählten und dabei eindrucksvoll vor Augen führten, wohin Sucht und ihre Folgen führen können.

Für manchen Lacher, aber auch für echte Nachdenklichkeit sorgte das Rauschbrillen-Experiment mit Herrn Bober: Mit speziellen Zerrbrillen ausgestattet, sollten die Teilnehmenden alltägliche Aufgaben bewältigen – was sich als unerwartet schwierig erwies. Die Unbeholfenheit, mit der manch einer durchs Schulhaus taumelte, war durchaus komisch. Der Ernst dahinter aber war unmissverständlich: Die Brillen simulieren, wie Drogen die Wahrnehmung trüben und die Reaktionsfähigkeit einschränken.

Herr Neumeister von der Polizei schilderte eindringlich, welche dramatischen Konsequenzen es haben kann, unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen – oder beidem – ein Fahrzeug zu steuern. Seine Schilderungen ließen niemanden kalt. Außerdem gab er einen Überblick über die derzeit im Umlauf befindlichen Drogen und deren spezifische Risiken.

In der AnsprechBar nahm Herr Latif die Schülerinnen und Schüler mit in ein Rollenspiel: Er versetzte sie in die Lage, einen schweren Verkehrsunfall miterlebt zu haben, und regte sie an, sich spielerisch mit den weitreichenden Folgen eines solchen Moments auseinanderzusetzen – eine ungewöhnliche, aber wirkungsvolle Methode zur Reflexion.

Den Abschluss gestaltete Frau Dr. Petzel-Witt, Fachärztin für forensische Toxikologie in Frankfurt. In ihrem Vortrag zeigte sie anhand konkreter und eindrücklicher Beispiele, wie tiefgreifend Drogenkonsum – auch vermeintlich „weiche“ Substanzen wie Marihuana – die Gesundheit und das Leben junger Menschen beeinflussen kann.

Nach einem so vielschichtigen und bewegenden Tag bleibt zu hoffen, dass die Schülerinnen und Schüler der E-Phase nicht nur viele neue Eindrücke gesammelt haben, sondern auch Erkenntnisse mitnehmen, die sie zu einem noch verantwortungsbewussteren Umgang mit Alkohol und Drogen bewegen – auf der Straße und darüber hinaus.   (Rmy)