Auch in diesem Jahr verwandelte sich das Haus der Begegnung in Königstein für einen Nachmittag in einen Ort des Innehaltens und der Freude: Bei der Akademischen Feier des Taunusgymnasiums erhielten die diesjährigen Abiturientinnen und Abiturienten feierlich ihre Zeugnisse, begleitet von einem Programm aus mitreißender Musik, persönlichen Reden und herzlichen Glückwünschen. Familien, Freunde und zahlreiche Lehrkräfte waren gekommen, um diesen besonderen Moment gemeinsam mit den Absolventinnen und Absolventen zu erleben.

Den Auftakt machte die Schulband 130 mit einer energiegeladenen Version von „Viva La Vida“ von Coldplay, bevor Schulleiterin Beate Herbst die Gäste begrüßte. In ihrer Ansprache wählte sie einen ungewöhnlichen, aber berührenden Zugang: Statt vom Erfolg zu sprechen, widmete sie sich den Irrwegen und Fehlentscheidungen, die zu einem gelingenden Leben dazugehören. „Ich hoffe, dass Sie sich nicht zu sehr vor Irrtümern fürchten“, richtete sie sich an die Abiturientinnen und Abiturienten und erinnerte daran, dass sich die wichtigsten Dinge im Leben ohnehin nicht planen lassen – Erfolg zeige sich häufig erst im Rückblick als solcher. Die sehr persönliche und eindrückliche Rede wurde mit langem Applaus bedacht.

Mit „Die With A Smile“ von Lady Gaga und Bruno Mars sorgte die Schulband 130 anschließend für einen weiteren musikalischen Höhepunkt, bevor Kathrin Bellinghausen in der „Rede der Eltern“ das Wort ergriff. Sie schilderte die vergangenen Schuljahre aus Elternperspektive – eine Zeit, die sich für die Mütter und Väter oft doppelt so lang angefühlt habe wie für die Kinder selbst – und gewährte mit viel Offenheit Einblicke in die Herausforderungen auf dem Weg zum Abitur.

In der „Rede der Schüler“ stellte Alexandra Wenzler die großen Fragen, die wohl alle Abiturientinnen und Abiturienten in diesem Moment beschäftigen: Was wird aus uns? Wer von den jetzigen Freunden wird auch in Zukunft an unserer Seite sein? Werden wir die nächsten Schritte meistern? Ihr Fazit: Was von der Schulzeit bleibe, seien vor allem die Menschen. Sie dankte den Lehrkräften, Eltern, Geschwistern und Freunden – ohne die das Leben rund um die Schule schlicht kein Leben gewesen wäre.

Es folgte ein klassischer musikalischer Moment: Tara Grimm an der Violine und Sebastian Leichtfuß am Klavier interpretierten gefühlvoll „Tango Jalousie“ von Jakob Gade. Anschließend sprachen Anke Herrmann und Ulf Linke gemeinsam die „Rede der Lehrer“ und ließen die gemeinsame Zeit noch einmal humorvoll und charmant aus pädagogischer Sicht Revue passieren.

Auch der Förderverein gratulierte: Peter Weber griff in seinem Grußwort zu einem einprägsamen Bild und verglich das Leben mit einer Flugreise – das Abheben der Maschine entspreche dabei dem Abitur, dem Moment also, in dem alles Vorbereitete endlich Fahrt aufnimmt. Für den nächsten musikalischen Glanzpunkt sorgte die Band Not2Bad mit „So Good“ von Brian Culbertson in einem Arrangement von Elias Leemüller – bemerkenswert an diesem Ensemble: Es setzt sich aus aktuellen Schülerinnen und Schülern, Ehemaligen und sogar einer Lehrkraft zusammen.

Oberstufenleiter Wolfgang Veltjens fand in seinem Grußwort die wohl prägnanteste Formulierung des Nachmittags: Für die Generation der heutigen Abiturientinnen und Abiturienten gebe es kein Ende des Lernens mehr. Das Abitur sei für ihn daher kein Abschluss, sondern ein Anschluss – die jungen Menschen seien nun anschlussfähig für die Welt, die bereits auf sie warte.

Im Anschluss wurden die Auszeichnungen für besondere fachliche Leistungen sowie für herausragendes soziales Engagement vergeben, ebenso der traditionsreiche Dieter-Behrend-Preis. Ein besonderer Applaus galt schließlich der beeindruckenden Gesamtbilanz des Jahrgangs: 125-mal wurde in diesem Jahr das Abitur am Taunusgymnasium bestanden, darunter gleich achtmal mit der Traumnote 1,0 – eine Auszeichnung, die in diesem Jahrgang ausschließlich Schülerinnen erreichten.

Den emotionalen Höhepunkt bildete schließlich die Übergabe der Abiturzeugnisse in den Tutorengruppen: Aus den Händen von Beate Herbst erhielten die Absolventinnen und Absolventen ihre Zeugnisse und persönliche Glückwünsche, von ihren Tutorinnen und Tutoren zusätzlich eine Rose. Beim anschließenden Sektempfang ließen Abiturientinnen und Abiturienten, ihre Familien und die Lehrkräfte des Taunusgymnasiums die Feier gemeinsam ausklingen – ein würdiger Abschluss einer Schulzeit, die für viele, wie es in den Reden des Nachmittags mehrfach anklang, gerade erst zum eigentlichen Anschluss an das weitere Leben wird.   (Text und Fotos: Rmy)